Asbest im Haus: der virtuelle Rundgang
Ein Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren, mitten in der Renovierung. Gehen Sie durch Garten, Flur, Wohnzimmer, Küche, Bad, Schlafzimmer und Garage – und finden Sie die 17 Stellen, an denen in Häusern vor 1993 häufig Asbest verbaut wurde.
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Wo steckt der Asbest?
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Die 17 Fundstellen – antippen, um sie im Haus zu sehen
- Fest gebunden
Wellplatten aus Asbestzement („Welleternit“) auf Dächern, Garagen und Scheunen, dazu Fassaden- und Balkonplatten. Solange sie unbeschädigt sind, geben sie kaum Fasern ab. Nicht anbohren, schleifen oder mit dem Hochdruckreiniger säubern.
Bei vielen Steildächern liegt auf der Holzschalung eine schwarze Bitumenpappe, darüber Konter- und Traglattung und die Eindeckung aus Ziegeln oder Wellplatten. Diese Pappe kann Asbest enthalten. Sie kommt meist erst beim Neueindecken oder Dämmen des Dachs zum Vorschein – dann vorher eine Probe nehmen lassen.
Ältere Flachdächer auf Garagen, Anbauten und Hallen sind oft mit Bitumenbahnen abgedichtet, die Asbest enthalten können. Für das Entfernen und für Reparaturen solcher Dachabdichtungen gibt es ein eigenes emissionsarmes Verfahren (BT 63), das wir anwenden.
Auch Außenputze und Fassadenbeschichtungen können Asbest enthalten – ansehen kann man es ihnen nicht. Bevor der Putz abgeschlagen, großflächig angebohrt oder eine Wärmedämmung angedübelt wird, sollte er beprobt werden.
Wand- und Deckenputze, Spachtelmassen und die gespachtelten Fugen von Gipskartonwänden („Rigips“) können geringe Mengen Asbest enthalten. Man sieht es ihnen nicht an – beim Schleifen, Bohren oder Abschlagen werden Fasern frei. Vor einer Renovierung deshalb eine Probe nehmen lassen.
- Fest oder schwach gebunden
Brandschutzklappen in Lüftungsleitungen sowie Dichtungen an Heizung, Lüftung und Rohren. Je nach Bauteil ist der Asbest fest oder schwach gebunden. Asbesthaltige Brandschutzklappen bauen wir emissionsarm aus – und gemeinsam mit unserem Partner für Brandschutz, der Bohle-Gruppe, auf Wunsch gleich neue ein, einschließlich Abnahme.
- Fest gebunden
Unter alten Böden, Parkett und Platten klebt oft ein schwarzer Bitumenkleber. Er kann Asbest und zusätzlich PAK enthalten. Beim Abschleifen werden Fasern frei – deshalb nur im zugelassenen Verfahren entfernen.
Kleber unter keramischen Wand- und Bodenfliesen, etwa im Bad oder in der Küche, kann Asbest enthalten. Beim Abschlagen der Fliesen wird er zerstört – dafür gibt es emissionsarme Fräsverfahren, zum Beispiel BT 57.
In Bädern und anderen Nassräumen liegt unter dem Estrich oft eine schwarze, bitumenhaltige Abdichtung. Sie kann Asbest und PAK enthalten und kommt meist erst zum Vorschein, wenn der Estrich herausgerissen wird.
Keller- und Fundamentwände sind außen im Erdreich meist mit einem schwarzen Bitumenanstrich abgedichtet. Er kann Asbest und PAK enthalten. Sichtbar wird er erst, wenn außen aufgegraben wird – etwa für eine Drainage, eine neue Abdichtung oder eine Dämmung der Kellerwände.
- Fest oder schwach gebunden
Floor-Flex-Platten, meist 25 × 25 cm, liegen oft noch unter Teppich oder Laminat – sie sind fest gebunden. Bei CV-Belägen kann die Pappe auf der Rückseite schwach gebundenen Asbest enthalten.
In Altbauten liegt manchmal ein Steinholzestrich, auch Magnesiaestrich genannt – meist rötlich gefärbt, es gibt ihn aber auch in Grau. Er kann Asbest enthalten. Oft kommt er erst zum Vorschein, wenn der alte Bodenbelag herausgenommen wird. Vor dem Abschleifen oder Herausstemmen deshalb eine Probe nehmen lassen.
- Schwach gebunden
Ältere Nachtspeicheröfen, vor allem bis Ende der 1970er-Jahre gebaut, können Asbest in Dämmung und Dichtungen enthalten. Die Fasern sind schwach gebunden. Geräte nicht selbst öffnen oder ausbauen.
- Fest gebunden
Fensterbänke innen und außen wurden häufig aus Asbestzement hergestellt – grau, glatt und recht dünn, manchmal auch farbig beschichtet. Unbeschädigt geben sie kaum Fasern ab. Beim Herausstemmen, Zuschneiden oder Anbohren werden Fasern frei.
Der Kitt, mit dem die Scheiben in alten Holz- und Stahlfenstern gehalten werden, kann Asbest enthalten. Mit den Jahren wird er spröde und bröckelt. Vor dem Austausch alter Fenster oder Scheiben deshalb eine Probe nehmen lassen.
- Fest gebunden
Abwasser-, Fall- und Lüftungsrohre wurden häufig aus Asbestzement hergestellt – grau, glatt, oft mit Muffen. Beim Trennen oder Zerschlagen werden Fasern frei. Für das Trennen gibt es emissionsarme Verfahren.
- Schwach gebunden
Als Brandschutz auf Stahlträger und Decken gesprüht, vor allem in Hallen, Tiefgaragen und Gewerbebauten. Spritzasbest ist schwach gebunden und besonders gefährlich – seit 1979 verboten.
Ob ein Bauteil wirklich Asbest enthält, zeigt nur eine Materialprobe im Labor. Wir nehmen die Probe fachgerecht und staubarm – mehr zur Asbest-Probenahme.
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